Prüfungsstress? Nicht mit diesen Tipps!

Wie können Sie sich riesige Informationsmengen effektiv merken? Was tun bei Denkblockaden? Diese und andere Fragen haben wir Daniela Nestler, der Rednerin, Gedächtnistrainerin, Dozentin, Beraterin und Inhaberin der Denk!Akademie, gestellt.

Gerade in der Prüfungszeit müssen sich Studierende immer wieder große Informationsmengen in kurzer Zeit merken. Haben Sie dafür einen Geheimtipp?

Den einen Geheimtipp gibt es nicht, aber etliche wirksame Methoden, die das Abspeichern großer Informationsmengen vereinfachen. Erfolgreiches Lernen funktioniert am besten in einer angenehmen, stressfreien Umgebung, denn nur da können wir unsere Leistungsfähigkeit voll ausschöpfen. Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche. Wir können uns nicht alles merken! Aber stellen Sie sich diese entscheidenden Informationen in emotionalen Bildern vor. Gefühle spielen beim Abspeichern und Erinnern eine zentrale Rolle. Assoziieren Sie! Das Gehirn kann sich Wissen gut merken, wenn es die neuen Informationen einordnen kann.
Deshalb verbinden Sie neuen Lernstoff mit bereits vorhandenem Vorwissen. Je mehr wir wissen, desto leichter lässt sich Neues darin verankern. Legen Sie trotz vieler Aufgaben immer wieder Pausen ein. Lernen in kurzen Sequenzen ist effektiver als Lernen über mehrere Stunden hinweg.

Wie überwindet man Denkblockaden zum Beispiel in einer mündlichen Prüfung? Kann man das auch trainieren?

Ihre innere, mentale Einstellung ist entscheidend. Wer seine Energie mit Ängsten und Sorgen blockiert, hat es schwer. Behalten Sie einen kühlen Kopf und bleiben Sie optimistisch. Einen Aussetzer hat jeder mal. Wichtig: Bewahren Sie Ruhe! Es bringt nichts, sich in einer Sache festzubeißen oder auf Krampf zu versuchen, doch noch den rettenden Einfall zu bekommen. Das verursacht Stress im Gehirn und die Denkblockaden werden noch extremer. Hier hilft nur: loszulassen. Erbitten Sie sich eine kurze Auszeit und versuchen Sie tief durchzuatmen. Entweder Sie denken an etwas völlig anderes, Angenehmes, oder Sie lassen den Prüfer die Frage mit anderen Worten noch einmal stellen.
Fragen Sie den Prüfer auch: »Worauf wollen Sie hinaus?« Dadurch gewinnen Sie etwas Zeit und bekommen durch die neue Formulierung vielleicht doch Ihr Schlüsselwort, das Ihre Erinnerungen löst. In schwierigen Situationen einen klaren Kopf zu behalten, kann man trainieren. Spitzensportler beweisen es.

Was bieten Sie in Ihrem Gedächtnistraining-Workshops an? Was erwartet die Teilnehmer?

Die Teilnehmer können sich auf ein abwechslungsreiches Seminar mit interessanten Fakten, praktischen Übungen und humorvollen Momenten einstellen. Folgende Themen sind geplant:
•    Kurze Gebrauchsanleitung: Einige spannende Informationen zu unserem Gehirn
•    Kennen Sie Ihre Engstelle im Gehirn – wie gehen Sie am besten mit ihr um?
•    Welche Kraft haben Bilder und Emotionen – Bodybuilding für die Synapsen?
•    Gehirngerechtes Studieren – Wie können Sie es umsetzen?
•    Ein Streifzug durch die Welt der Merktechniken
•    Entscheidende Faktoren für Prüfungserfolg
•    Prüfungsängste überwinden
•    Souverän mit Denkblockaden umgehen
•    Übung macht den Meister – Sie dürfen sich ausprobieren!

Interview: Daniel Winkler