Selbstmanagement (nicht nur) für Gründer

Was treibt mich an? Was ist mir wichtig? Wie bekomme ich Struktur in mein Leben, meinen Alltag? Wie betreibe ich funktionierendes Zeitmanagement? Mit diesen Fragen und noch vielen weiteren haben wir uns im Workshop „Selbstmanagement für Gründer“ beschäftigt. Natürlich haben wir auch nach den Antworten gesucht. In einigen Fällen gab es klare und einfache Antworten, in anderen Fällen liegen bzw. lagen die Antworten tief in uns verborgen. Einige Fragen werden sich nie eindeutig beantworten lassen und andere Antworten werden sich ein Leben lang verändern und wandeln. Ihr merkt  schon, dass es in diesem Workshop nicht nur um Selbstmanagement für Gründer ging.

Im Januar 2020 fand der Workshop „Selbstmanagement für Gründer“ unter der Leitung von Maurice Ittershagen in Görlitz statt. Die Teilnehmer lernten sich, ihre Werte und ihre Zukunftsvorstellungen in diesen zwei Tagen näher kennen.
Zu Beginn erfragte Herr Ittershagen zum Einen, was die Teilnehmer unter Selbstmanagement verstehen und zum Anderen, was sie sich von der Veranstaltung erhoffen. Basierend auf den Antworten wurden die Kernpunkte für den Workshop festgelegt. Den Teilnehmern ging es vor allem um Struktur und Zeitmanagement, sowie darum, die eigenen Werte zu erkennen und zu ergründen.

Zuerst ging es um das Thema „Werte“. Was sind Werte für euch? Welche Werte sind meine? Welche Werte kommen von außen? Es wurde eine Diskussion darüber angeregt, was Werte ganz allgemein überhaupt sind. Maurice Ittershagen erklärte, dass Werte „unter der Wasseroberfläche“ liegen, und das unsere Werte schon bzw. besonders in der frühen Kindheit geprägt werden. Werte sind wandelbar, ein innerer Kern bleibt jedoch immer bestehen und zwar so, wie er seit der Kindheit ist.
Nach dieser kurzen Einleitung war es an den Teilnehmern nachzuforschen, was ihre eigenen Werte sind. Unter den Fragen, ob es Überraschungen gab und ob die Aufgabe schwergefallen ist, konnten sich die Teilnehmer in Zweiergruppen über ihre Erkenntnisse austauschen. Dies diente auch dazu, sich bewusst zu werden, wie man mit den Werten anderer Menschen umgeht.

Um auf die Schwerpunkte Struktur und Zeitmanagement einzugehen, war es wichtig, vorher das Thema Stress zu beleuchten, da diese Felder eng miteinander verbunden sind.

Was ist Stress? Wann empfinde ich Stress? Wodurch wird Stress hervorgerufen? Die Teilnehmer sollten kurz reflektieren, was sie stresst und wie sie bei Überbelastung reagieren. Zur Aufarbeitung hatten sie wieder die Möglichkeit, sich in Zweiergruppen
auszutauschen und sollten Lösungsmöglichkeiten ausloten und besprechen. Diese Lösungsmöglichkeiten wurden dann vorgestellt, woraufhin eine sehr angeregte Diskussion darüber ausbrach, ob es Methoden gibt, um sich auf Stresssituationen vorzubereiten und diese dadurch entspannter angehen zu können.

Der zweite Tag startete mit einer Feedbackrunde der Teilnehmer zum Vortag. Es folgte die Frage von Herrn Ittershagen, woran das Zeitmanagement der Teilnehmer scheitert und welche Strukturierungen sie vornehmen. Die Antworten auf diese Fragen wurden wieder in Zweiergruppen besprochen, und gemeinsam wurden Lösungsansätze gesucht. Die geläufigsten Probleme sind, dass die eingeplanten Puffer nicht ausreichen, das Arbeitsaufkommen an sich unterschätzt wird, und viele der Teilnehmer (sowie allgemein sehr viele Menschen) unter „Aufschieberitis“ leiden. Es wurde festgestellt, dass zwar alle wissen, wie ein Kalender benutzt und geführt wird, aber dass das allein nicht ausreicht. Daraufhin wurden zwei Gruppen zur Bearbeitung der nächsten Aufgabe gebildet. Es sollte ein Zeitplan für das Erstellen einer Belegarbeit erarbeitet werden. Hierbei galt es, die konkreten Teilaufgaben, die beim Belegschreiben auftreten, zu berücksichtigen, den Zeitaufwand möglichst real einzuschätzen und genug Puffer einzuplanen. Die Teams machten sich eifrig ans Werk und diskutierten fleißig ihre Erfahrungen und Herangehensweisen. Nach gut einer Stunde stellten beide Gruppen ihren Zeitplan vor und trugen Ideen und Kernpunkte für ein erfolgreiches Zeitmanagement (im Hinblick auf die Aufgabenstellung) zusammen. Herr Ittershagen gab im Anschluss noch einige wertvolle Tipps, z. B. das immer ein genau definiertes Zeitpensum gesetzt werden sollte, preis.
Außerdem stellte er die „Scrum“-Methode detailliert vor. „Scrum“ bedeutet übersetzt „Gedränge“ und ist eigentlich ein Spielzug aus dem Rugby. Zusammengefasst findet das Vorgehen bei der „Scrum“-Methode schrittweise und in sich wiederholenden Etappen statt.

Die Atmosphäre während der Veranstaltung war sehr offen und vertraut. Der Workshop wird umso intensiver, je mehr die Teilnehmer bereit sind, in sich zu gehen und die dort gefundenen Erkenntnisse zu reflektieren und mit den Anderen zu besprechen. Die Gruppe vom 10. und 11. Januar konnte damit sehr gut umgehen, und es war ein respektvolles, offenes Miteinander zu beobachten. Auch der Level der Interaktion war in diesem Workshop sehr hoch. Die Teilnehmer waren fast die ganze Zeit selber aktiv und haben nicht nur reflektiert und diskutiert, sondern auch Aspekte verbildlicht und grafisch festgehalten.

 

Autorin: Josephine Junker